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Februar 2013

Ausstellung im Landeshaus Kiel

Seit dem 25.02.2013 präsentieren 18 schleswig-holsteinische Wohnungsbaugenossenschaften in einer Ausstellung die aktuelle gesellschaftliche Bedeutung des genossenschaftlichen Wohnens sowie die historische Entwicklung. Unter dem Titel „130 Jahre Wohnungsbaugenossenschaften für Schleswig-Holstein“ können sich Besucher bis zum 18. März über die Besonderheiten des genossenschaftlichen Modells und den Beitrag der Genossenschaften zur Entstehung eines guten und bezahlbaren Wohnungsangebotes informieren. Der Eintritt ist frei.


„Was man nicht allein durchsetzen kann, dazu soll man sich mit anderen verbinden.“


An dieses Zitat von Friedrich Wilhelm Raiffeisen erinnerte anlässlich der Eröffnung Sven Auen, Vorstand der WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG, zugleich Sprecher der Schleswig-Holsteinischen Wohnungsbau-genossenschaften und des genossenschaftlichen Marketing-Arbeitskreises. Das sei der Kerngedanke aller Genossenschaften, der ebenso aktuell sei, wie die genossenschaftlichen Grundprinzipien zu denen u.a. Solidarität, Identität und Mitbestimmung zählten. „Deshalb sind Wohnungsbaugenossenschaften - von denen es in Schleswig-Holstein mehr gibt, als die hier ausstellenden - seit weit über 100 Jahren so erfolgreich“, so Auen.


Landtagspräsident Klaus Schlie lobte die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Menschen: "Die Ansprüche an modernen Wohnraum wandeln sich schneller, als die Bausubstanz verfällt. Dies ist eine gewaltige Herausforderung für alle an der Wohnraumbeschaffung Beteiligten. Die Wohnungsbaugenossenschaften in Schleswig-Holstein leisten hier seit vielen Jahrzehnten hervorragende Arbeit. Darüber hinaus prägen Sie mit ihren Bauten die Quartierentwicklung und das Stadtbild. Sie sind ein sozialer Faktor mit hoher Kompetenz – eben ein Erfolgsmodell."


Raimund Dankowski, Vorstandsvorsitzender des Selbsthilfe-Bauvereins eG, Flensburg und Vorsitzender des VNW Schleswig-Holstein e.V. verwies darauf, dass die Menschen in den Genossenschaften sich mit innerer Überzeugung der Daueraufgabe verschrieben hätten, gutes und bezahlbares Wohnen zu sichern. Dankowski: „Zwar müssen auch Genossenschaften mehr einnehmen als sie ausgeben - von den Gewinnen profitieren bei uns aber die Mitglieder.“ Sie erhielten auf ihre Genossenschaftsanteile eine vernünftige Dividende und ein Dauernutzungsrecht an einer bezahlbaren Genossenschaftswohnung. Genossenschaftsmitglieder wohnten quasi in der eigenen Firma.


Genossenschaften: etabliert und attraktiver denn je


Sven Auen: „Angesichts mancher Globalisierungsauswüchse, wo wirtschaftliche Rendite alles und der Mensch nichts ist, sieht eine wachsende Gruppe von Menschen in der Genossenschaft die passendere Rechtsform zur Ausübung wirtschaftlicher Aktivitäten.“ Das erkläre die eindrucksvolle Zahl von allein in Deutschland 7.500 Genossenschaften mit 20 Millionen Mitgliedern und 800.000 Mitarbeitern. Hierzulande gäbe es fast fünf Mal so viele Genossenschaftsmitglieder wie Aktionäre. Auen abschließend: „Genossenschaften haben immer Konjunktur und sind dadurch auch verlässliche Partner für das Land und die Kommunen. Das wollen wir mit dieser Ausstellung zeigen.“


Die 18 ausstellenden Wohnungsbaugenossenschaften bewirtschaften zusammen 70.000 Wohnungen und bieten rund 76.000 Mitgliedern ein gutes und sicheres Zuhause. Dafür investieren sie jährlich rund 115 Millionen Euro in die Pflege guter Nachbarschaften und des Wohnungsbestandes, dessen zeitgemäße Modernisierung sowie den Neubau.